»Halloween« von Ray Bradbury
1.11.23Auch in diesem Jahr gab es im Rahmen meiner Spooky Season-Lesechallenge eine Leserunde passend zum Tag der Toten.
Acht Freunde treffen sich an der Nacht der Nächte - Halloween, um die Nacht vor Allerheiligen zu feiern. Sie machen sich auf den weg zu ihrem besten Freund Pipkin. Pipkin geht es gar nicht gut, blass steht er vor seinen Freunden und verspricht ihnen, nachzukommen. Und so gehen ein Höhlenmensch, ein Wasserspeier, eine Mumie, ein Skelett, ein Bettler, eine Hexe, der Teufel und der Tod vor, begeben sich zu ein großes, schönes Haus mit tausenden Fenstern die im Mondlicht funkeln, treffen dort auf Downground, einer mysteriösen Gestalt. Im Garten entdecken die Jungs einen riesigen Baum mit hunderten Kürbissen daran - den Halloweenbaum. Kurze Zeit später sehen sie, wie ihr Freund Pipkin zu ihnen gelaufen kommt. Auf dem Weg zu seinen Freunden wird Pipkin von einem Wesen verschleppt. Die Jungs fackeln nicht lange und mit Downground bauen sie einen riesigen Drachen, der sie durch die vielen Jahrhunderte und Jahrtausende in die Vergangenheit, dem Ursprung von Halloween bringt und zusammen müssen sie einen Weg finden ihren Freund aus den Klauen des Wesens zu befreien. Eine spannende, lehrreiche Jagd durch die verschiedenen Traditionen und Kulturen der vergangenen Jahrtausende beginnt.
Halloween ist mein erstes Buch von Ray Bradbury. Auch wenn es mit seinen 173 Seiten eher dünn daherkommt, strotzt der Inhalt vor Fülle. Bradbury entführt nicht nur die acht Jungs, sondern auch den Leser in die verschiedenen Zeiten und Kulturen in der Vergangenheit und zeigt die unterschiedlichen Auffassungen von Halloween auf. Wir reisen zu den Ägyptern, die ihr Totenfest feiern, zu den Kelten, der Hexenverfolgungen im Mittelalter bis hin zum feierlichen Totenfest in Mexiko. Halloween von Ray Bradbury ist nicht nur ein Roman. Es ist eine spannendes Kinderbuch und Sachbuch zugleich. Eine Geschichte die so vieles ist, dass sie nicht in eine Schublade zu legen ist. Der poetische, atmosphärische, fast schon melodische Schreibstil von Bradbury nimmt den Leser ab Seite eins gefangen und lässt ihn erst zum Schluss wieder los.
Mir hat diese kurze Reise an den Ursprüngen zum Totenfest sehr gefallen. Auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass es stellenweise etwas mehr in Tiefe hätte gehen können. Dieses Buch ist eine positive Überraschung für mich, denn so ganz war mir nicht klar, was mich in diesem dünnen Büchlein erwarten würde. Mir gefiel auch sehr, dass die Kostüme der Jungs immer wieder im Fokus der jeweiligen Szenen gestellt wurde. Das Ende fand ich berührend und zeigte, wie weit wahre Freundschaft gehen kann und was die Freundschaft zu einer Person wert sein kann. Ein Buch, dass aufzeigt, dass Halloween mehr als nur Kostüme und Süßes oder es gibt was Saures ist. Ein Buch, dass zum Nachdenken und besinnen einlädt.
Ein wahrer Lesegenuss, den man sich an Samhain nicht entgehen lassen sollte.
Verlag: Diogenes / Seiten: 176 / Genre: Roman / Einband: Taschenbuch / Übersetzer: Dirk van Gunsteren / Preis: 11,00 Euro (D) / ISBN: 9783257228625
Weitere Rezensionen:
Andrea von Leseblick


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