Hinter dem kleinen Tierfriedhof liegt eine verwünschte indianische Grabstätte. Ob Katze oder Mensch: Wer hier beerdigt wird, wird zum Albtraum für die Hinterbliebenen.
Rezension:
Die Familie Creed findet nach einem Umzug mit ihren zwei Kindern und dem Kater Church schnell Anschluss in der neuen Gemeinde. Sie befreunden sich rasch mit ihren Nachbarn, den Crandalls, die auf der anderen Straßenseite wohnen. Die Grundstücke werden allerdings durch eine vielbefahrene Schnellstraße getrennt, die schon dem einen oder anderen Tier das Leben gekostet hat. Die Lkw-Fahrer rasen hier oft, als gäbe es kein Morgen. Deshalb müssen Louis und seine Frau Rachel stets ein wachsames Auge auf die Kinder haben – besonders auf den kleinen Gage, der mit seinen zwei Jahren und seiner unendlichen Neugier gerade erst beginnt, die Welt zu entdecken.
Nach kurzer Zeit erfährt Louis von seinem Nachbarn Jud Crandall, dass ein Trampelpfad nahe ihrem Haus zu einem alten Tierfriedhof führt, auf dem die Kinder der Umgebung seit Generationen ihre geliebten Haustiere begraben. Das weckt die Neugier der kleinen Ellie, und so macht sich die Familie gemeinsam mit Jud auf den Weg dorthin.
Doch dieser liebevoll gepflegte Ort ist nicht alles. Es gibt noch einen zweiten, verborgenen Teil hinter einer Barriere aus Ästen: ein altes, indianisches Gebiet, das von einem finsteren Mythos umgeben ist. Alles, was dort begraben wird, kehrt angeblich ins Leben zurück. Louis hält das Ganze zunächst für ein Schauermärchen, um Kindern Angst einzujagen.
Wie man es von vielen Stephen-King-Büchern kennt, nimmt sich der Autor auch hier anfangs viel Zeit. Wir lernen die Charaktere, ihre Herkunft, ihre Berufe und die Beziehungen zueinander intensiv kennen. Das bringt die Geschichte im ersten Drittel zwar nur etwas schleppend voran, aber als King-Leser gewöhnt man sich schnell an diesen ausführlichen Aufbau.
Doch dann hält der Tod auf tragische Weise Einzug in der Familie Creed. Angetrieben von purer Verzweiflung und dem Wissen um Juds Geschichten, fasst Louis einen unheilvollen Entschluss: Er schleppt einen Leichnam hinauf zu der alten indianischen Kultstätte. Wenig später bricht das nackte Grauen über die Familie herein... Das Buch nimmt massiv an Fahrt auf. Ab diesem Zeitpunkt habe ich den Roman regelrecht verschlungen. Hier und da lief es mir eiskalt den Rücken herunter – besonders gegen Ende, das ich absolut krass fand. Genau dieses kompromisslose Finale war für mich aber auch das absolute Highlight des Buches. Ich hätte danach sogar liebend gern noch ein paar Seiten mehr gelesen!
In Friedhof der Kuscheltiere setzt sich King extrem intensiv und feinfühlig mit dem Thema Tod auseinander. Besonders die fünfjährige Ellie stellt viele Fragen, die für Eltern im echten Leben gar nicht so leicht zu beantworten sind – das hat der Autor fantastisch gelöst. Auch die Darstellung, wie die unterschiedlichen Figuren mit Trauer umgehen, lässt die Charaktere real und greifbar wirken.
Fazit:
Friedhof der Kuscheltiere ist ein düsteres Meisterwerk über Trauer, Wahnsinn und die Frage, wie weit ein Mensch geht, um seine Liebsten nicht zu verlieren. Trotz der kleinen Längen zu Beginn ein absolutes Must-Read für alle Horror- und King-Fans!
Ein Muss für jeden Stephen King-Fan und Fans des Genres!
Verlag: Heyne / Seiten: 608 / Genre: Horror / Einband: Taschenbuch / Übersetzer: Christel Wiemken / Preis: 12,00 Euro / ISBN: 978-3-453-43579-7 /

