Aveline Jones und die Geister von Stormhaven | Phil Hickes

23.10.23

Der Wind pfeift durch die Ritzen und jede Diele knarzt: Avelines neuen Zuhause in Stormhaven ist ihr schon auf den ersten Blick nicht geheuer. Aus irgend einem Grund haben die Einwohner des stürmischen Küstenörtchens überall Vogelscheuchen aufgestellt. Einfach. Nur. Gruselig! Zum Glück gibt es Mr. Liebermans verwunschenen  Buchladen. Aveline könnte hier ewig nach Büchern stöbern, denn Gespenstergeschichten liebt sie über alles. Dann aber steht die schauerlichste Nacht des Jahrs bevor: Halloween! Und plötzlich werden längst vergessene Legenden in Stormhaven sehr viel lebendiger, als es Aveline liebt ist ...

Rezension:

Avelines Freude hält sich stark in Grenzen, als sie für einige Tage in den Herbstferien zu ihrer strengen Tante nach Stormhaven reisen muss. Stormhaven ist ein kleines, verschlafenes Küstenörtchen, welches Aveline von Anfang an nicht ganz geheuer ist. Denn warum stellen die Bewohner hier eigentlich überall merkwürdige Vogelscheuchen auf, anstatt der üblichen Halloween-Dekoration? Gott sei Dank gibt es in Stormhaven einen Buchladen. Aveline liebt Bücher über alles – besonders die düsteren Gruselgeschichten haben es ihr angetan. Im Laden trifft sie auf den geschwätzigen, schrulligen Besitzer Mr. Liebermann und dessen Neffen Harold, einen schüchternen Jungen, der bei seinem Onkel aushilft. 

Gemeinsam suchen die beiden nach einem passenden Buch für Aveline, damit die Zeit bei ihrer Tante schneller vergeht. Nachdem Aveline fündig geworden ist, schmökert sie eine Geschichte nach der anderen. Eine Erzählung hat es ihr in diesem Buch jedoch ganz besonders angetan: die allerletzte. Diese ist nämlich komplett geschwärzt. Aveline brennt darauf herauszufinden, was dort geschrieben steht. Das Problem ist nur, dass es weltweit keine weiteren Exemplare dieses Buches mehr zu geben scheint. Bei dem Versuch, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen, findet sie heraus, dass das Buch einst einem Mädchen namens Primrose Penberthy gehörte – und diese ist vor vielen Jahren spurlos verschwunden...

Aveline Jones und die Geister von Stormhaven ist für mich eine echte Neuentdeckung, über die ich mich ganz besonders freue. Aveline selbst ist eine leidenschaftliche Buchliebhaberin, die allerdings wenige bis keine Freunde hat; es fällt ihr unheimlich schwer, neue Kontakte zu knüpfen. Lieber verliert sie sich in ihren schaurigen Geschichten. Doch je weiter sie gemeinsam mit Harold dem Schicksal von Primrose nachspürt, desto düsterer wird es in Stormhaven. Bald wird Aveline klar, was es mit der unheimlichen Tradition um die merkwürdigen Vogelscheuchen wirklich auf sich hat. Wirkliche Angst scheint Aveline dabei erfreulicherweise nicht zu kennen.

Der Autor Phil Hickes hat einen ganz besonderen, fesselnden Schreibstil. Einmal angefangen, kann man gar nicht anders, als immer weiterzulesen. Ich musste mich regelrecht bremsen, das Buch nicht in einem einzigen Rutsch zu verschlingen. Hickes weiß einfach, wie man gute, atmosphärische Gruselgeschichten schreibt, und genau das hat er mit diesem Auftakt bewiesen. Noch immer geistert diese Story mit ihren liebevollen und zugleich unheimlichen Charakteren in meinem Kopf herum, und ich bin schon sehr auf den Nachfolger Aveline Jones im Bann der Hexensteine gespannt.

Fazit:

Insgesamt ist Aveline Jones und die Geister von Stormhaven eine herrlich düstere, atmosphärische Geschichte mit einer geheimnisvollen und spannenden Handlung, die perfekt in die dunkle Jahreszeit rund um Halloween passt. Vom Verlag wird das Buch ab 9 Jahren empfohlen. Da die Geschichte besonders zum Schluss hin aber wirklich sehr düster und unheimlich wird, würde ich den Schmöker eher für Leser ab 10 Jahren empfehlen.

Verlag: Arena / Seiten: 186 / Genre: Fantasy / Einband: Hardcover / Übersetzer: Petra Koob-Pawis / Illustrationen: Kaja Reinki / Preis: 10,00 Euro / ISBN: 9783401605265 

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